Viele Menschen wünschen sich, die Fülle ihres Atems deutlicher zu spüren. Sie möchten erleben, dass der Atem weit und reichlich durch den Körper strömt.

Fülle, die schon da ist
Dabei zeigt sich manchmal: Es ist schon mehr da,
als im ersten Moment wahrgenommen werden kann.
Fülle bedeutet nicht unbedingt, besonders tief einzuatmen.
Sie kann sich leise zeigen – in einem Seufzer, einem Hauch oder im Gefühl,
wieder einmal durchzuatmen.
Fülle muss nicht gross und laut sein
Vielleicht kommt es darauf an, was wir unter Fülle verstehen.
Ein kleiner Apfel trägt vieles in sich:
seinen Geschmack, seine Farbe, sein Duft und seine Inhaltsstoffe.
Mit ihm verbinden sich Erinnerungen an einen sonnigen Herbsttag.
Wenn wir den Apfel in seiner vollen Pracht sehen,
hat er bereits einen langen Prozess des Wachstums und der Veränderung hinter sich.
Ein einzelner Atemzug enthält mehr, als wir auf Anhieb bemerken.
Mit ihm strömt Luft ein und aus; im Körper findet ein Austausch statt.
Manchmal verändert schon ein Seufzer etwas: Die Schultern sinken,
die Anspannung lässt ein wenig nach, die Gedanken werden ruhiger.
Mehr wahrnehmen, als gerade sichtbar ist
Ich arbeite mit dem «Erfahrbaren Atem» nach Ilse Middendorf.
Dabei begleitet uns der Satz:
«Wir lassen den Atem kommen, lassen ihn gehen und warten,
bis er von selbst wiederkommt.»
So lässt sich der natürliche Atemrhythmus nach und nach entdecken.
Das Nachspüren spielt dabei eine wichtige Rolle.
Im Nachspüren kann sich mehr von der Fülle des Atems zeigen,
selbst wenn sie zuvor kaum wahrnehmbar war.
„Es gibt schier unzählige Möglichkeiten, atmend unsere Kenntnis vom Leibe zu erweitern.“
— Ilse Middendorf
Den eigenen Ressourcen begegnen
Fülle muss nicht gross und überwältigend sein.
Sie kann in einem kleinen Moment liegen, den wir vorher übersehen haben:
im Atem, der gerade da ist; in dem, was unser Körper schon kann;
in den eigenen Ressourcen, die sich nach und nach entdecken lassen.
Bei Atembeschwerden oder einer Atemwegserkrankung nehmen wir uns Zeit,
im eigenen Tempo wahrzunehmen,was im Körper und im Atem geschieht.
Dabei geht es nicht darum, den Atem zu erzwingen oder besonders tief zu atmen.
Anhaltender Stress kann die Verbindung zum eigenen Körper in den Hintergrund drängen.
Wenn Sie sich erschöpft fühlen, bietet die Atemtherapie Raum,
wieder genauer hinzuspüren.
Auch Angst oder Panikattacken können den Alltag stark belasten.
Behutsam erkunden wir, was Sie in solchen Momenten wahrnehmen
und was Ihnen Halt geben kann.
In meiner Praxis begleite ich Sie dabei, innezuhalten und dem nachzuspüren,
welche Fülle an Ressourcen bereits da ist.
Was wohl daraus wachsen kann?
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